Was macht eigentlich ein Texter?

1.08.17 | 0 Kommentare

Einleitung

Du bist noch ganz neu bist im Texter-Business? Dann möchtest Du vielleicht jetzt erst einmal wissen, wie das eigentlich genau gehen soll, wovon Du schon Dein Leben lang träumst: Schreiben und dafür (gut) bezahlt werden. Was genau musst Du dafür eigentlich tun?
Zugegeben: Auf den ersten Blick kann das alles ganz schön verwirren. Denn zu allem Überfluss gibt es ja auch noch tausend verschiedene Bezeichnungen: Web-Texter, Copywriter, Werbetexter, Online-Redakteur, Blogger… die Namen für im „Textgeschäft“ Tätige sind vielfältig. Ist das aber alles dasselbe, oder gibt es doch Unterschiede? Wer macht was? Und was machen die Texter, um die es in der Texter-Akademie geht, eigentlich wirklich genau? Das alles liest Du in diesem Beitrag.

Werbetexter in Agenturen

Tatsächlich ist der „klassische“ Werbetexter der, der in einer Werbeagentur arbeitet und (ursprünglich) meist im Printbereich für die textliche Gestaltung von Anzeigen, Kampagnen und Werbetexten aller Art zuständig ist. Einer der Urvater – und vielleicht schon fast so etwas wie ein Gott – des Werbetextens ist David Ogilvy. Über ihn wirst Du hier auch noch einiges lesen, und es kann nicht schaden, wenn Du seine Bücher liest. Ja, sie sind ein halbes Jahrhundert alt. Aber ihr Inhalt hat nichts an Aktualität eingebüßt. Und sie sind auch für Freelance-Texter im Online-Segment noch hochrelevant!

Was ich Dir hier in der Texter-Akademie beibringe, bezieht sich immer darauf, wie Du Dich als Freelancer mit Texterstellung selbständig machen und von überall auf der Welt Geld verdienen kannst. Natürlich ist vieles von dem Know-how genauso einsetzbar, wenn Du eine Festanstellung als Texter anstrebst! Fokussiere Dich dann einfach auf die entsprechenden Inhalte hier in der Texter-Akademie.

Texten fürs Internet

Lange Zeit unterschied man begrifflich Webtexter, also den Texter, der nur für das Internet Werbetexte erstellt, vom „normalen“ Texter. Diese Unterscheidung ist aber in der Praxis längst überholt und wird auch kaum noch verwendet.

Wichtigster Grund: Der Online-Bereich gewinnt immer mehr an Bedeutung gegenüber Print. In der Folge sind beispielsweise auch viele in Werbeagenturen angestellte Werbetexter eigentlich Webtexter.

Wenn Du hier über das Texten liest, dann geht es immer ums Texteschreiben fürs Internet. Natürlich gibt es auch Werbetexter, die für Printmedien arbeiten. Da ich aber (fast) ausschließlich für das Internet texte, wird es auch in der Texter-Akademie ausschließlich um Formate gehen, die im Internet von Bedeutung sind. (Klar, davon lässt sich vieles auch auf Printmedien übertragen!)

Online-Redakteur oder Texter?

Tja, das ist die Frage! Es gibt viele Texter, die sich auch als „Redakteure“ bezeichnen. Tendenziell versteht man unter einem Online-Redakteur eher jemanden, der journalistisch arbeitet, also für die Redaktion eines Online-Magazins.

Dahinter steht implizit die Annahme, dass Journalismus frei von Werbung ist, und ein Texter eben im Unterschied zum Redakteur ausschließlich Texte zu Werbezwecken produziert.

Ob sich diese Unterscheidung im Einzelfall immer so aufrechterhalten lässt, ist die Frage. Gerade im Content Marketing gibt es durchaus Textprojekte, bei denen de facto eigentlich kein direkter werblicher Inhalt enthalten ist, so dass das Ergebnis eigentlich ein ganz „ordentlicher“ redaktioneller Beitrag ist. Umgekehrt wird bei den Online-Redaktionen durchaus auf Suchmaschinenoptimierung geachtet, und ob die Inhalte immer so völlig unabhängig sind, sei einmal dahingestellt.

Dennoch kann man die Unterscheidung als grobe Orientierung sicher so stehen lassen.

Welche Art von Texten schreibt ein Texter?

Im Grundsatz erst einmal: Werbetexte. Vielleicht denkst Du jetzt: „Haha, ja das versteht sich doch von selbst!“ Ja, sollte es, irgendwie. Tatsächlich ist es aber schon wichtig, sich das zu vergegenwärtigen. Denn Werbetexte zu schreiben impliziert zwei wichtige Punkte.

Erstens: Du schreibst werbliche Texte. Deine Texte sollen etwas verkaufen. Vielleicht soll das nicht auf den ersten Blick erkennbar sein. Aber auf irgendeinem Wege sind Deine Texte dazu da, dass ein Mensch motiviert werden soll, ein bestimmtes Produkt zu kaufen. Dieser so banale Aspekt bestimmt, was Du schreibst und wie Du es schreibst. Und Du solltest Dich damit wohlfühlen können. Mehr zu diesem Thema liest Du auch in dem Beitrag „Marketing und Moral: Ist Texten unmoralisch?“.

Zweitens… Ja, genau. – Du schreibst werbliche Texte! Was konkret bedeutet, dass es nicht darum geht, Dich selbst in diesem Text zu verwirklichen oder ein künstlerisch einzigartiges Werk zu erschaffen. Es geht darum, etwas abzuliefern, das den Anforderungen des Auftraggebers entspricht, nicht mehr, nicht weniger. Natürlich kannst Du als Texter durchaus auch mal Vorschläge machen. Aber im Prinzip gilt: Wer zahlt, hat recht. Damit sollte man zumindest halbwegs gut leben können.

Natürlich gibt es auch bei Werbetexten noch viele verschiedene „Genres“ und Textsorten. Hier sind die wichtigsten im Überblick.

Blogtexte schreiben

Eine ganz häufige Aufgabe für Texter ist, Blogtexte zu schreiben. Wenn Du noch nicht so lange dabei bist, fragst Du Dich vielleicht: Wieso, Blogs, ist das nicht was, was manche Leute beruflich machen? Oder halt, um einfach mal so was zu schreiben, was sie interessiert oder was sie gern vermitteln möchten?

Das ist völlig richtig. Aber Du wirst sicher schon bemerkt haben, dass die meisten Seiten heutzutage einen Blog haben. Das liegt nicht daran, dass all diese Menschen, die hinter den Seiten stehen, so ein dringendes Bedürfnis haben, sich der Welt mitzuteilen. Vielmehr hilft es dabei, dass die Websites bei Google gefunden werden. Und darum kreieren die meisten Unternehmen auf ihren Seiten so genannte „Corporate Blogs“, auf denen man mehr oder weniger sinnige Beiträge rund um das Produkt oder den Markt, auf dem das Unternehmen agiert, lesen kann. Diese Aufträge werden sehr oft an Texter vergeben. Corporate Blogs schreiben ist daher aus den Portfolio eines Texters kaum wegzudenken.

Über den Stil kann man hier nicht viel Allgemeines sagen: Sind Blogbeiträge generell eher persönlich gehalten, muss dies für Corporate Blogs nicht immer gelten. Manchmal sind es ganz gewöhnliche redaktionelle Beiträge, die eher Magazincharakter haben. Was im jeweiligen Fall gewünscht ist, musst Du dann dem Briefing entnehmen.

Websitetexte schreiben

Ebenfalls eine klassische Textgattung im Texter-Portfolio sind Websitetexte. Dabei geht es im Prinzip einfach darum, die Basistexte für eine Website zu erstellen. Dies sind sehr häufig Aufträge, die Du direkt bei den Unternehmen akquirierst. Zum Schreiben von Websitetexten gehören meist:

  • Startseitentext
  • Über uns-Seite
  • Beschreibungen der Leistungen des Unternehmens
  • ggf. auch Blogbeiträge (s.o.)

Wie umfangreich so ein Projekt ist, hängt natürlich von der Größe des Unternehmens ab. Bei kleinen Unternehmen sind dies meist so 5000 bis 6000 Worte. Entscheidend ist hier aber nicht die Wortzahl, sondern die „Rafinesse“ der Texte. Und je nachdem, wie viel Rafinesse Du walten lassen sollst, müssen Deine Kunden natürlich mehr oder weniger bezahlen. Das heißt natürlich nicht, dass Du für wenig Geld Schrott abliefern sollst. Aber Du kannst Texte nach verschiedenen Prinzipien aufbauen und schreiben, die unterschiedlich aufwändig sind. Doch dazu an anderer Stelle mehr!

Landing Page-Texte erstellen

Landing Pages sind Websites, auf die Besucher entweder über eine Suchmaschine oder eine Werbeanzeige gelangen und die ein (meist recht spezifisches) Bedürfnis des Users (z.B. Information über ein bestimmtes Naturheilmittel) bedienen. Ziel dieser Landing Pages ist es, dass der Seitenbesucher beispielsweise ein Produkt kauft oder seine E-Mail-Adresse hinterlässt.

Landing Pages sollen den User umfassend informieren, das jeweilige (Informations-)Bedürfnis möglichst umfassend erfüllen und ihn zu einer Handlung animieren (Wir sagen: Die User sollen konvertieren.). Weil das meist nicht in 5 Worten getan ist, sind Landing Page-Aufträge meist recht umfangreich – oft etwa zwischen 5000 und 10000 Worten.

SEO-Texte erstellen

SEO steht für „search engine optimization“ – zu Deutsch: Suchmaschinenoptimierung. Mit SEO-Texten sind Texte gemeint, die primär für die Suchmaschine, und nicht für einen echten Leser geschrieben sind. Typisch für solche SEO-Texte ist eine hohe Anzahl vorgegebener Keywords, die im Text untergebracht werden müssen. Reine SEO-Texte sind heute eher aus der Mode. Dennoch gibt es noch viele Textaufträge, die versuchen, SEO mit Mehrwert für den Leser zu verbinden. Hier wird dann meist noch immer mit umfangreichen Keywordvorgaben gearbeitet, die Texte sollen jedoch zugleich einen Mehrwert für den Leser haben. (Ob das so sinnvoll ist und funktionieren kann, sei einmal dahingestellt.)

Ob einem diese Textsorte liegt oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Bei manchen Textern sind SEO-Texte verpönt, weil es, um es charmant auszudrücken, nicht unbedingt die ästhetisch vollkommensten Texte sind. Dennoch haben haben SEO-Texte als Aufträge ihre Vor- und Nachteile – wie alle anderen Textsorten auch. Am besten, Du probierst es einfach aus.

Produkttexte schreiben

Produkttexte sind eine sehr häufig nachgefragte Leistung. Jeder Shop muss in irgendeiner Weise seine Produkte beschreiben – und so ist quasi ständig Bedarf an neuen Produkttexten. Diese sind meistens sehr kurz, und die Briefings enthalten sehr klare Vorgaben, was in den Text muss. Das macht die Texte recht leicht zu schreiben. Für Anfänger und „zum Üben“ sind sie also gar nicht so übel. Allerdings sind sie meist schlecht bezahlt.

Anzeigen und Posts für Social Media schreiben

Immer beliebter wird auch, das Erstellen von Facebook-Anzeigen und -Posts (oder Posts und Anzeigen für andere Soziale Medien) an Texter outzusourcen. Ich selbst biete das zwar nicht an, aber ich sehe immer mehr Unternehmer, die dafür Texter suchen. Dabei ist vor allem zu bedenken: Anzeigen und Posts sind zwar kurz. Aber sie müssen funktionieren. Und dafür braucht es ein ganz eigenes Handwerkszeug.

Weitere Genres

Es gibt noch zahllose weitere Textgattungen, für die Texter eingekauft werden. Dies reicht bis hin zu Langformaten wie Mailings, E-Books und Whitepapers. Am anderen Ende des Textlängen-Spektrums steht z.B. die Entwicklung von Claims – eine klassische Aufgabe des Werbetexters. Für den Anfang genügt es aber, wenn Du die wichtigsten Genres kennst, in denen Du arbeiten wirst!

Werbetexter – ein vielseitiger Beruf

Du siehst also: Als (Werbe-)Texter arbeiten ist gar nicht so langweilig – es gibt viele verschiedene Textformen und natürlich auch ein fast unbegrenztes Spektrum an Themen, mit denen Du Dich auseinandersetzen kannst. Wenn Du gerade erst anfängst zu texten, solltest Du auf jeden Fall möglichst viele verschiedene Genres und Themen durchprobieren. So wirst Du schnell feststellen, was Dir am meisten liegt!

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