So nutzt Du als Texter eine WDF*IDF-Analyse

12.02.18 | 0 Kommentare

Einleitung

In meinem ersten Beitrag zu WDF*IDF habe ich Dir erklärt, was eine WDF*IDF-Analyse eigentlich ist, und wozu man sie braucht. Heute möchte ich Dir zeigen, wie Du dabei praktisch vorgehst, wenn Du Texte überarbeiten oder schreiben sollst.
Rekapitulieren wir mal kurz: WDF*IDF ist ein Instrument für SEO, um Content zu erstellen, der in Suchmaschinen gut gefunden wird. Basis ist eine Formel, mit der die Termfrequenz in Deinem Dokument (=Text) zu der in anderen Dokumenten in Beziehung gesetzt wird.
(Wenn Du jetzt nur Bahnhof verstanden hast, lies hier den ersten Beitrag!)
Zwei Kleinigkeiten vorab.

Erstens – es gibt mehr zu wissen, als ich Dir hier sagen kann. Wenn Du wirklich WDF*IDF für Deine Contenterstellung und -optimierung nutzen möchtest, dann kommst Du nicht darum herum, Dich damit intensiver auseinanderzusetzen.

Zweitens – ich selbst habe eigentlich vornehmlich das Tool von Karl Kratz genutzt und nur selten mit freien Tools gearbeitet. Das Tool von Karl Kratz ist aber eben nicht frei zugänglich. Ich zeige Dir im Folgenden daher einen kurzen Einblick in die Analyse mit Wdfidf-tool.com, ein Tool, das Du kostenlos nutzen kannst.
In unserem Beispiel probieren wir das Tool aus und nutzen es für verschiedene Szenarien. Let’s go!

Klassische Content-Optimierung mit WDF*IDF

In diesem Szenario hätten wir bereits eine Seite mit einem Text online, die auch schon indexiert ist, und möchten schauen, wie relevant unser Inhalt ist. Dafür wird die WDF*IDF-Analyse wohl am häufigsten genutzt.
Um dieses Szenario zu testen, schauen wir uns jetzt einfach eine beliebige Nischenseite an und tun so, als wäre es unsere eigene bzw. die des Kunden, die wir nun als Texter optimieren sollen.
Im Tool müssen wir zunächst unsere URL, die wir untersuchen möchten, eingeben. Die von mir verwendete habe ich im Bild geschwärzt, ich möchte niemanden „herauspicken“ und auf seiner Arbeit herumtrampeln. Aber es ist eine echte URL, sonst hätte die Analyse ja nicht funktioniert. Es ist eine Startseite einer Nischenseite, auf der auch relativ viel Text ist (mehr als 2000 Wörter).
Zudem müssen wir das Fokuskeyword eingeben, auf das hin geprüft werden soll. Das Thema der Nischenseite sind Pizzasteine, also habe ich als Fokuskeyword „Pizzastein“ eingegeben. Dann gibst Du noch das Captcha ein und klickst auf „Analyse starten“.
Im Reiter „WDF*IDF Analyse“ (der sich automatisch nach der Analyse öffnet) erscheint dann die Grafik (s.u.). Die blauen Balken bilden die WDF*IDF-„Kurve“, die sich aus dem Vergleich mit den Mitstreitern ergibt. Die WDF*IDF-Werte sind immer absteigend sortiert, die blauen Balken geben dann jeweils die Maximalwerte an.
Sehr allgemein gesprochen sollte das Ziel sein, sich mit der eigenen Seite dem Verlauf der „Kurve“ anzunähern, möglichst ohne dabei die Maximalwerte zu überschreiten. Im Detail ist das jedoch Murks. Dazu gleich mehr.
In der Grafik (Abb. 1) habe ich die Begriffe rot umkringelt, die überoptimiert sind (Pizzastein, Pizzasteine). Sie liegen über dem blauen Balken. Ist der Wert sehr hoch, kann das von Google als Spam erkannt werden. „Pizzastein“ habe ich hier orange umkringelt, da der Wert nicht ganz so nach oben hin ausreißt. Trotzdem würde ich hier für die beiden Hauptkeywords etwas nach unten optimieren (also dafür sorgen, dass der Begriff weniger vorkommt).
Lila markiert habe zwei Begriffe, die aus meiner Sicht unteroptimiert sind, die also zu wenig vorkommen. Das Grundprinzip sollte jetzt hoffentlich deutlich geworden sein!

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Abb 1: Screenshot von http://www.wdfidf-tool.com (Suchanfrage: „Pizzastein“, mit Vergleichs-URL)
Abb 1: Screenshot von http://www.wdfidf-tool.com (Suchanfrage: „Pizzastein“, mit Vergleichs-URL)

Beispiel: „Schamottstein“

Ein Pizzastein wird verwendet, um Steinofenpizza in einem normalen Backofen zu backen. Er dient der Pizza als Unterlage, sorgt für eine gute Hitzeverteilung und so für eine gleichmäßig krosse Pizza.
Insofern können und sollen wir neben den unmittelbaren Hauptkeywords natürlich auch andere Synonyme verwenden. „Schamottstein“ etwa kommt auf unserer Seite nicht oder nicht besonders häufig vor, er hat einen WDF*IDF-Wert von 0.
Zweifellos ist es aber ein relevanter Suchbegriff für eine Startseite zum Thema „Pizzastein“. (Mit einem anderen Tool habe ich gerade geschaut und festgestellt, dass das Suchvolumen für „Schamottstein Pizza“ bei ca. 350 liegt.) Also würden wir diesen Begriff auf der Seite noch einbauen, indem wir beispielsweise einen kurzen Absatz zum Material selbst schreiben und warum es als Pizzastein verwendet wird (oder was halt sonst irgendwie Sinn machen könnte).
Da der Wert für die beiden Hauptkeywords eh etwas zu hoch ist, könnte man auch an passenden Stellen einfach „Pizzastein“ durch „Schamottstein“ ersetzen.
Du kannst auch Deine eigene Seite im direkten Vergleich zu den Mitbewerbern analysieren. Dazu klickst Du oben auf der Seite auf den Reiter „Wettbewerb“. Dann siehst Du die WDF*IDF-Kurven Deiner wichtigsten Mitbewerber. Du kannst sie einzeln ausblenden, wenn Du Deine Seite nur mit bestimmten Seiten vergleichen möchtest.
Insofern können und sollen wir neben den unmittelbaren Hauptkeywords natürlich auch andere Synonyme verwenden. „Schamottstein“ etwa kommt auf unserer Seite nicht oder nicht besonders häufig vor, er hat einen WDF*IDF-Wert von 0.
Zweifellos ist es aber ein relevanter Suchbegriff für eine Startseite zum Thema „Pizzastein“. (Mit einem anderen Tool habe ich gerade geschaut und festgestellt, dass das Suchvolumen für „Schamottstein Pizza“ bei ca. 350 liegt.) Also würden wir diesen Begriff auf der Seite noch einbauen, indem wir beispielsweise einen kurzen Absatz zum Material selbst schreiben und warum es als Pizzastein verwendet wird (oder was halt sonst irgendwie Sinn machen könnte).
Da der Wert für die beiden Hauptkeywords eh etwas zu hoch ist, könnte man auch an passenden Stellen einfach „Pizzastein“ durch „Schamottstein“ ersetzen.
Du kannst auch Deine eigene Seite im direkten Vergleich zu den Mitbewerbern analysieren. Dazu klickst Du oben auf der Seite auf den Reiter „Wettbewerb“. Dann siehst Du die WDF*IDF-Kurven Deiner wichtigsten Mitbewerber. Du kannst sie einzeln ausblenden, wenn Du Deine Seite nur mit bestimmten Seiten vergleichen möchtest.

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Abb 2: Screenshot von http://www.wdfidf-tool.com (Suchanfrage: „Pizzastein“, mit Vergleichs-URL – Wettbewerbsanalyse)
Abb 2: Screenshot von http://www.wdfidf-tool.com (Suchanfrage: „Pizzastein“, mit Vergleichs-URL – Wettbewerbsanalyse)
Der direkte Vergleich mit den Mitbewerbern hilft Dir auch auch als Texter manchmal weiter. Er erleichtert es, einzuschätzen, was für Dich bei der Optimierung relevant ist und was nicht – denn Du kannst dann die einzelnen Seiten öffnen und schauen, wie sie contentseitig aufgestellt ist. So füllst Du für Dich die Zahlenwerte wieder mit Inhalt.

Die 2 größten Haken in der Umsetzung

Das wäre eigentlich schon das ganze Geheimnis einer WDF*IDF-Optimierung bestehenden Contents. Aber.
Es gibt ein paar kleine Haken.
Erstens: Du kannst nicht nach Belieben Werte manipulieren. Das ist natürlich auch der eigentliche Sinn einer WDF*IDF-Betrachtung, denn die soll ja gerade verhindern, dass Du – wie bei der Keyworddichte – einfach so oft das Keyword in den Text reinhaust, bis es passt. Sehr vereinfacht gesagt: Nimm an, Du hast zwei Keywords, deren Wert um 2,0 gesteigert werden soll. Dann kann es sein, dass Du das eine Keyword 10x hinzufügen musst, das andere nur 2x. Das hat damit zu tun, dass der Wert ja nicht nur von Deinem Text abhängt, sondern in Relation gesetzt wird zu allen anderen Dokumenten, die das Keyword enthalten.

Die Konsequenz ist klar: Du kannst den Wert nicht immer so gestalten, dass er optimal ist. Jedenfalls nicht, ohne die Lesbarkeit des Textes zu zerstören. Ab einer bestimmten Anzahl desselben Keywords klingt ein Text einfach schrecklich – das weißt Du selbst.

Umgekehrt brauchst Du z.B. beim Hauptkeyword eine bestimmte Anzahl an Vorkommnissen dieses Wortes, um sinnvoll darüber sprechen zu können. Du kannst dieses Wort also auch nicht nach Belieben nach unten optimieren, ohne Deinen Inhalt und die Lesbarkeit zu verschlechtern. Und das wollen wir ja eigentlich gerade nicht!

Zweitens: Ich sagte eingangs, dass die generelle Idee ist, sich der blauen „Kurve“ möglichst weit anzunähern. Das ist in der Realität – aus meiner Sicht – meistens sinnfrei. Warum?

Die „Kurve“ zeigt alle als relevant angesehenen Keywords zu einem Thema. Manchmal ist da schlicht Unfug dabei. In der Liste für „Pizzastein“ steht zum Beispiel auch „Kathrin“. Warum das relevant für Pizzasteine ist, weiß ich nicht, aber zweifellos ist das kein Begriff, den Du in Deinen Text integrieren solltest. Du musst also die Begriffe herausgreifen, die für Deinen Fall wirklich passen.

Und auch unter den sinnvollen Begriffen sind immer einige, die Du in Deinem Text vielleicht nicht verarbeitest. Bei einer Landing Page oder eine Infoseite macht es natürlich Sinn, alle Bereiche abzudecken. Bei einem Blogbeitrag wirst Du in der Regel nicht mit einem Artikel alles abdecken. Das kann man zwar, aber dann stellt sich die Frage, ob das für den Leser so sinnvoll ist. Ein Beitrag verliert dann schnell an Kontur, wenn er über alles spricht. Darum ist mein Tipp für Blogbeiträge eher: Fokussieren auf die Keywords, die zu dem ausgewählten Aspekt gehören und nicht zum gesamten Thema.

Content-Erstellung mit WDF*IDF

Ganz ehrlich. Ich halte nicht viel davon. Aber da das eben auch noch immer nachgefragt wird, hier nochmal ein paar Infos, wie Du WDF*IDF-Analysen zur Erstellung von Content nutzt.

Keywordrecherche mit WDF*IDF

Zunächst einmal kannst Du natürlich WDF*IDF ganz einfach als Keywordrecherchetool nutzen. Im Falle von Wdfidf-tool.com gibst Du dazu einfach nur das Hauptkeyword ein und lässt das URL-Feld frei.
Die Analyse zeigt Dir dann die blauen Balken aus der Grafik (Abb. 1) oben an, nur eben ohne die Vergleichdaten einer Website. Das gibt Dir insofern schon mal eine große Anzahl an Keywords, gerankt nach relativen Häufigkeit, die als Indikator für die Relevanz dient.
Du kannst für diese Keywords dann noch das Suchvolumen checken und mithilfe weiterer Tools und Methoden weitere Keywords zu entdecken. Viele wirst Du sicherlich mit der WDF*IDF-Analyse auch schon finden.
So kann man eine Keywordanalyse machen, aus meiner Sicht kann man aber mithilfe anderer Keyword-Tools zu mindestens genauso soliden Ergebnissen kommen. Vermutlich gibt es valide Argumente für beide Ansätze; ich denke aber, im Endeffekt bleibt es sich mehr oder weniger gleich.

Content-Erstellung mit WDF*IDF

Um zu sehen, ob Dein Content gut optimiert ist, kannst Du auch den WDF*IDF-Textassistenten nutzen. Dort gibst Du, wie auch schon bei der Analyse, Dein Keyword ein und füllst das Captcha aus.
Anschließend kopierst Du Deinen Textentwurf in den Editor und bekommst Änderungsvorschläge, die helfen sollen, Deinen Text weiter zu optimieren. Das Tool zeigt Dir, welche Wörter Du öfter bzw. seltener nutzen solltest und auch, welche wichtigen Begriffe noch in Deinem Text fehlen.
Wenn Du jemanden hast, der wirklich auf einem auf Basis von WDF*IDF erstellten SEO-Text besteht, bist Du mit diesem Tool gut bedient. Natürlich solltest Du auch dann nicht den Verstand ausschalten (ohne den geht nichts)!

Fazit: Das kannst Du auch!

Wie Du schon gemerkt hast, ich bin kein großer Fan von WDF*IDF. Und ich denke, dass diese Mode sehr bald überholt ist. Dennoch: Mit WDF*IDF zu arbeiten, ist nicht so irrsinnig schwer, und Du musst vielleicht ein bis zwei Tage investieren, um den Dreh rauszuhaben. Dafür kannst Du Kunden das dann auch mit anbieten bzw. musst einen Auftrag nicht absagen, wenn eine WDF*IDF-Analyse eine Voraussetzung ist.

Ich persönlich bin bei solchen Sachen ziemlich schmerzfrei. Ich glaube nicht, dass das ganze Zahlengefriemel viel Sinn macht. Aber ich weiß, wie es geht und wenn jemand das haben möchte – warum nicht?

Manchmal kommt es natürlich vor, dass die Idee des Kunden, was „optimiert“ ist und was nicht, und Deine eigene auseinanderklaffen. Ich persönlich setze den Schwerpunkt immer darauf, dass der Text gut lesbar ist. Das sage ich auch, freundlich und nett: dass ich persönlich mich für diesen Weg entschieden habe, weil ansonsten der Text aus meiner Sicht nicht mehr gut klingt.

Damit habe ich aus meiner Sicht meine Pflicht getan, die ich als Texter habe: Dem Kunden zu erklären, dass es aus meiner Sicht (!) kein perfektes Ergebnis ergibt, wenn der Text nach seinen Wünschen (um)gestaltet wird. Wenn der Kunde es trotzdem anders will: Wer zahlt, hat recht. Texten ist ein Business und keine Kunstform. Wichtig ist nur, dass Du verstehst, was genau der Kunde haben möchte (und da liegt manchmal die Krux)!

In jedem Falle: Wenn Du mal ein wenig Leerlauf hast, nutze die Zeit, um Dich in WDF*IDF einzuarbeiten und Dein praktisches SEO-Wissen zu stärken. Schaden tut es nie, sein Portfolio zu erweitern!

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